Minimalismus im Bad – Was brauche ich wirklich?

Minimalismus im Bad

Wenn du eine Drogerie betrittst, wirst du von bunten Fläschchen und Tuben begrüßt. Die Werbung verspricht dir, dieses Shampoo mache dein Haar noch seidiger und diese Creme deine trockene Haut wirklich besser. Hast du zwischen dem Volumenshampoo und dem für trockenes Haar je einen Unterschied bemerkt? Und warum, brauchen meine Beine eine andere Creme als meine Hände? Ich sehe keinen Sinn dahinter. Es wird Zeit für mehr Minimalismus im Bad.

Ich habe noch nie zu den Menschen gehört, die Shampooflaschen horten und trotzdem habe ich häufiger einen Nagellack oder einen neuen Lidschatten oder etwas anderes aus der Drogerie mitgenommen. Da kommt schnell eine Menge zusammen. Wenn dein Badezimmerschrank auch überquillt, hilft dir mein 5 Schritte Plan beim Aussortieren in deinem Bad.

4 Schritte in Richtung Minimalismus im Bad

1. Kaufstopp

Hast du erkannt, dass zu viel in deinen Schränken ist, höre als erstes auf sie weiter zu füllen. Kaufe nur,was wirklich aufgebraucht ist oder schaue am Besten nach nachhaltigen Alternativen. Meine Liste unten kann dir als Inspiration dienen.

2. Was steht in deinem Bad

Mach dir einen Platz auf dem Boden, Tisch oder deinem Bett frei und hol alles raus, was sich in die Kategorie Hygiene und dekorative Kosmetik einordnen lässt. Oft finden sich auch noch Vorräte in anderen Zimmern. Alles vor dir liegen zu sehen, macht dir bewusst, wie viel du besitzt. Das macht das anschließende Aussortieren leichter.

3. Abgelaufenes und Doppelgänger auch im Bad

Ich hatte gerade im Bereich der dekorativen Kosmetik einige abgelaufene Dinge. Prüfe gut, was du noch verwenden kannst. Vieles kann man länger verwenden, als auf der Packung steht. Trotzdem würde ich keinen Lippenstift tragen, der 2000 abgelaufen ist. Bestimmt findest du Doppelgänger. Bei mir waren es zum Beispiel 4 Pinzetten. Eine reicht auch. Such dir das Beste aus und packe den Rest weg.

3. Was benutzt du wirklich?

Jetzt kommt der schwierigste Teil. Schau dir jedes Teil an und entscheide, ob du es behalten willst, oder ob es weg kann. Die folgenden vier Fragen, können für die Entscheidung hilfreich sein.

  • Wie oft verwende ich es?
  • Erfüllt es seinen Zweck?
  • Gefällt mir Farbe, Konsistenz, Geruch, … ?
  • Wie viele Produkte habe ich, die den Zweck besser erfüllen?

Wenn du dir bei einigen Sachen nicht sicher bist, lege sie in eine Box oder in eine Kosmetiktasche und prüfe die nächsten Wochen, ob du sie wieder hervorholst.

4. Wohin damit

Das Zeug, was es nicht zurück in die Schränke geschafft hat, muss auch noch versorgt werden. Ich teile da in drei Kategorien. In den Müll kommt alles, was nicht mehr gut ist. Ich verschenke an Freunde und Bekannte, wenn die Sachen in Ordnung sind, aber ich zum Beispiel den Geruch nicht mag. Spenden kannst du in der Regel nur verschlossene Produkte. Da bieten sich zum Beispiel Frauenhäuser und Flüchtlingsheime an.

Was ich im Bad verwende

1. Duschen und Händewaschen

Ich verwende eine Aleppo-Seife. Das ist eine reine Olivenseife mit einem kleinen Anteil an Lorbeeröl. Sie hat einen neutralen Geruch und reinigt sowohl meinen Körper als auch meine Hände. Wusstest du, dass Handseife am Stück deutlich hygienischer ist, als ein Pumpspender?

Es gibt so viele Seifen. Achte am Besten darauf, dass sie nur natürliche Zutaten enthält und vegan ist. Da hast du eine große Auswahl.

Mit Olivenseife kann man sich auch die Haare waschen.

2. Haarpflege

Für die Haarwäsche gibt es unglaublich viele Möglichkeiten. Ich wasche im Moment mit Roggenmehl. Das ist für mich die beste Methode. Das ist weniger kompliziert, als es klingt. Wie schon erwähnt, kannst du dir auch mit Olivenseife die Haare waschen. Es gibt aber auch spezielle Haarwaschseifen. Die Anwendung ist unkompliziert und gerade für die Umstiegszeit, kann ich dir Haarwaschseifen wärmstens empfehlen. Achte hier am besten darauf, dass du eine silikonfreie Seife erwischst.

Meine Haare kämme ich mit einem TangleTeezer und einer Wildschweinborstenbürste. Die habe ich schon so lange, dass sie langsam den Geist aufgibt. Bei Gelegenheit teste ich die veganen Alternativen.

Wenn ihr euch für mehr alternative Haarpflege interessiert, schaut mal bei Erbse vorbei. Da findet ihr zu jeder Waschmöglichkeit etwas.

3. Zahnpflege

Auch bei der Zahnpflege gibt es alternative Möglichkeiten. Nicht die Zahnbürste war das Problem. Da verwende ich eine der vielen Bambuszahnbürsten. Es gibt welche, die haben Plastikborsten. Die meide ich, weil ich keine Lust habe, sie jedes Mal zu entfernen, wenn ich sie in den Biomüll werfen möchte.

Aber bei der selbstgemachten Zahnpasta hatte ich bedenken. Daher habe ich meine selbstgemachte Zahnpasta am Anfang nur zwei bis dreimal in der Woche verwendet. Jetzt verwende ich Zuhause nur noch selbstgemachte Zahnpasta. Wenn ich Familie oder Freunde besuche, nehme ich dann aber die Zahnbürste, die sie da haben.

Da ich mich mit Zähnen nicht so gut auskenne, empfehle ich dir auf folge-dir-selbst zu lesen. Als Zahnärztin hat die Autorin mehr Wissen auf dem Gebiet.

4. Gesichtsreinigung und Abschminken

Um mich abzuschminken, verwende ich einen normalen Waschlappen und Wasser. Um Augen-Make-up zu entfernen, verwende ich Jojobaöl. Hier eignen sich alle Öle, auch Raps- und Kokosöl.

8. Rasierer

Beim Rasierer kannst du am meisten Plastik und Geld sparen. Ich nutze seit einem halben Jahr einen Rasierhobel. Der Name passt nicht zum Rasierer. Du kannst dich damit genauso rasieren, wie mit einem Wegwerfrasierer. Du darfst dabei nur keinen Druck ausüben. Ich habe mich noch nicht einmal damit geschnitten.
Das gute am Rasierhobel, er soll lebenslang halten und produziert kaum neuen Müll. Getauscht wird, im Gegensatz zu den Systemrasierern, nur die dünne Metallklinge. Die können sogar recycelt werden. Die Klingen sind preiswert im 100er-Pack zu bekommen. Ich wechsle sie höchstens einmal die Woche und rasiere nahezu täglich. Die Rasur kostet im Monat also nur etwa 0,50€.

9. Damenhygieneartikel

Als Frau kommt auf den Müllberg des Lebens auch noch der Berg an Binden und Tampons obendrauf. Nicht nur die Menge an Abfall ist bedenklich. Auch die Bleichmittel die in Tampons und Co enthalten sind, gehen über die Schleimhäute in den Körper. Das finde ich abschreckend. Deswegen verwende ich eine Menstruationstasse. Auch hier gibt es unzählige Marken, Sorten und Formen. Eine Tasse hält wohl etwa 10 Jahre und wird ausgekocht, wenn man sie verwendet hat. Die Anwendung ist unblutiger als erwartet und bis jetzt hat sie mich auch noch nicht im Stich gelassen. Willst du mehr darüber wissen? Hier bleiben keine Fragen offen.

10. Deo

Mein Deo rühre ich selbst zusammen und es funktioniert. Sogar besser als alle gekauften Deos, die ich bisher verwendet habe. Auch das Deo mit Aluminium, dass ich früher verwendet habe, kann da nicht mithalten.
Meine Deocreme ist schnell gemacht und bedarf nur drei Zutaten.

Du brauchst für die Deocreme:

  • 3 El Kokosöl
  • 2 El Speisenatron
  • 1 El Speisestärke

Schmelze das Kokosöl im Wasserbad und mische die Speisestärke und das Natron dazu. Lasse das Kokosöl wieder festwerden und rühre zwischendurch immer wieder um. Ansonsten setzt sich das Pulver unten ab und du hast oben nur Kokosöl. Nach Bedarf kannst du auch noch ätherische Öle dazugeben. Das muss nicht sein, weil das Natron den Schweißgeruch neutralisiert und du nach nichts riechen wirst.

Mit den Mengenverhältnissen kannst du experimentieren.

Die Deocreme schmierst du dir auf deine saubere Achsel und lässt es einziehen. Du musst nur aufpassen, dass du dein Oberteil nicht zu früh anziehst, sonst hast du Fettflecken am T-Shirt. Das Einziehen dauert aber nur ein paar Minuten.

Hast du noch Tipps für nachhaltige Alternativen oder Fragen? Dann schreibe es in die Kommentare!

Alles liebe

Deine Anna

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